Tipps für Senioren
Kreuzworträtsel & mehr: Was alles geistig fit hält

Reicht Kreuzworträtseln, um geistig fit zu bleiben? Es hilft in jedem Fall, aber es gibt noch mehr, was man für die kleinen grauen Zellen tun kann. Dazu gehört, das Gehirn immer wieder mit Neuem zu fordern.
Gisa Reinecke gießt sich noch einen Kaffee ein. Jetzt kann es losgehen: Weltmeer mit fünf Buchstaben? Huftier mit vier Buchstaben? Dabei merkt sie gar nicht, dass ihr Sohn Holger die Wohnung betritt. Er hat einen Zweitschlüssel dafür, nur zur Sicherheit. "Na, bist du wieder am Rätseln?", fragt er.
"Ach, du bist das", ruft die ältere Dame erschrocken. "Ich war so vertieft." Ihr Sohn riskiert einen Blick. "Esel", sagt er und deutet auf das Rätselheft. Frau Reinecke trägt das Wort ein und lehnt sich entspannt zurück. "Kreuzworträtseln hält mich geistig fit", lächelt sie. "Aber immer nur Kreuzworträsel sind vielleicht nicht genug", erwidert ihr Sohn. "Stell dir vor, ich würde nur meinen rechten Arm trainieren. Wie sähe das aus?" Die beiden müssen lachen.
Vielseitigkeit ist gefragt
Tatsächlich setzt die Hirnforschung, wenn sie Tipps für geistige Fitness gibt, auf Vielseitigkeit. Denksportaufgaben, die Routine geworden sind, weiß der Züricher Neuropsychologe Lutz Jäncke, fordern auf Dauer zu wenig.
Damit ist nichts gegen das gute alte Kreuzworträtsel gesagt. Erst kürzlich haben die französischen Forscherinnen Tasnime Akbaraly and Claudine Berr herausgefunden, dass der Klassiker des Hirnjoggings das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verringert. Allerdings hatten die untersuchten Personen auch Kino- und Theaterbesuche unternommen und waren an anderen sozialen Aktivitäten beteiligt.
Heute weiß man, dass das Gehirn bis ins hohe Alter lernen kann. Dafür aber sollte es mit Neuem konfrontiert werden. Jede neue Erfahrung lässt im Gehirn Verbindungen zwischen Nervenzellen wachsen. Dafür muss man nicht eine neue Sprache lernen. Schon Zähneputzen mit der ungewohnten Hand lässt die Nervenzellen aussprossen.
Holger zeigt seiner Mutter zu Trainingszwecken ein einfaches Spiel: "Halte beide Arme angewinkelt, so dass sich die Hände leicht geballt über deiner Rätsel-Zeitschrift befinden. Jetzt streckst du den Zeigefinger der rechten Hand aus, wie bei einer Kinderpistole. Dann streckst Du den Daumen der linken Hand nach oben, wie beim Okay-Zeichen. Und jetzt wechseln. Rechte Hand: Daumen nach oben und Zeigefinger einklappen; linke Hand: Daumen einklappen und Zeigefinger strecken. Und das immer im Wechsel. Ganz schön schwierig, was?"
Kleine Übungen wie diese oder auch das bis ins Alter empfohlene Lernen eines Musikinstruments vernetzen die Nervenzellen. So fördern ungewohnte körperliche Übungen die geistige Fitness.
Kombinieren und sozial aktiv werden
Aber auch "rein" geistige Fähigkeiten sind vielfältig und sollten trainiert werden. Das Erinnerungsvermögen wird beim Kreuzworträtsel durchaus gefordert. Beim neuerdings immer beliebteren Sudoku muss man jedoch auch kombinieren. Eine gute Übung für die Orientierung ist es, mal einen anderen Weg zum Supermarkt oder zu Freunden einzuschlagen. Unternehmungen mit anderen sind die reinsten Multitrainer. Das kann die Fernreise sein, aber der kleine Ausflug in ein Naherholungsgebiet oder die Organisation eines Kinobesuchs tut es auch.
Frau Reinecke wird nach der von Sohn Holger erklärten Handübung ungeduldig: "Danke, mein Lieber. Aber ich möchte jetzt gern mein Rätsel lösen. Das bereitet mir nämlich Freude." Und damit liegt die Seniorin im Trend einer fundamentalen Erkenntnis der Hirnforschung: Unser Denkorgan lernt besonders gut, wenn es Spaß macht!
Reimund Freye
Hirnfitmacher aus der Natur
Um die Verhaltensmaßnahmen für mehr Hirnleistung zu unterstützen gibt es auch einige Präparate in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten, beispielsweise zu Spezialextrakten aus Blättern des Baumes Ginkgo biloba. Um die Blutgefäße einschließlich der Hirngefäße gesund zu erhalten, helfen unter anderem Präparate mit Omega-3-Fettsäuren.
|