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08.09.2010, 18:13

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Wenn gesundes Essen krank macht

Viel Obst und Gemüse, Vollkornbrot und Milchprodukte. Diesen Gesundheitstipp hört man in vielen Apotheken und Arztpraxen. Manchmal machen diese Lebensmittel krank – auch jenseits der 50.
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Tipps für Senioren
Wenn gesundes Essen krank macht

Obst und Gemüse
Viel Obst und Gemüse, Vollkornbrot und Milchprodukte. Diesen Gesundheitstipp hört man in vielen Apotheken und Arztpraxen. Manchmal machen diese Lebensmittel krank – auch jenseits der 50.

"Man beginnt seinen Tagesablauf nach der Verfügbarkeit von brauchbaren Toiletten zu planen. Einladungen zum Essen oder anderen sozialen Events schlägt man aus Angst vor plötzlicher Übelkeit oder Durchfall prinzipiell aus", erinnert sich Michael Zechmann. Soziale Isolation sei nur eine der vielen Folgen, so der Betreiber einer Internetseite zum Thema Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

Patienten wie Zechmann vertragen keinen Fruchtzucker. Oder ihr Magen rebelliert beim Latte macchiato oder einer Scheibe Brot. Die meisten reagieren mit Durchfall, andere plagt genau das Gegenteil: Verstopfung. "15 Prozent der Deutschen vertragen allein keinen Milchzucker", erklärt Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin aus München. Ein Leiden, das sich nicht immer in jungen Jahren bemerkbar macht. "Viele spüren erst mit 50 oder 60 Jahren, dass sie zum Beispiel mit der Milch Probleme haben", erklärt Reese. Dies liegt zum Teil an unseren modernen Ernährungsgewohnheiten. "Mancher hat über viele Jahre keine Milch getrunken und somit keine Beschwerden gehabt. Mit modernen Kaffeespezialitäten wie Latte macchiato tut er dies und bekommt plötzlich Beschwerden." Zu den häufigsten Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel zählen:

• Fruktose-Malabsorption
Die häufigste Nahrungsmittel-Unverträglichkeit trifft fast jeden dritten Deutschen. Rebelliert der Darm bei Obst, könnte der Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, dahinter stecken. Reese: "Meistens reagieren die Betroffenen auf große Mengen, wie sie zum Beispiel eine Apfelschorle enthält." Besser vertragen sie Obst in Quark oder Joghurt gerührt oder kleinere Fruchtportionen.

• Laktose-Intoleranz
"Sie ist die am zweithäufigsten auftretende Nahrungsmittel-Unverträglichkeit", informiert Reese. Sie macht sich durch Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar. Den Betroffenen fehlt ein Enzym, das den Milchzucker abbaut. Dieses lässt sich in Kapselform ergänzen. Tipp: Auf eine ausreichend hohe Dosierung des Enzyms achten, die in sogenannten FCC-Einheiten angegeben ist. Der Apotheker berät gerne bei der Wahl des richtigen Produktes.

• Zöliakie
Der Körper verträgt das in vielen Getreiden enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie trifft dies auf jeden 250. Deutschen zu. Die einzige Therapie: auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Das aber erst, nachdem die Diagnose sicher feststeht!

• Histamin-Intoleranz
Kopfschmerzen, rote Flecken und Juckreiz nach dem Verzehr von zum Beispiel Rotwein oder Fisch. Zu viel Histamin in diesen Lebensmitteln löst diese Beschwerden aus. Auch hier hilft es, die betroffenen Lebensmittel zu meiden.

Wer den Verdacht hat, ein Nahrungsmittel nicht zu vertragen, dem empfiehlt Reese ein Ernährungstagebuch zu führen. "Auch der Besuch speziell geschulter Ernährungsberater hilft herauszufinden, was die Beschwerden verursacht." Experten vermittelt unter anderem der Deutsche Allergie- und Asthmabund. Zechmann hatte übrigens Glück. Er fand heraus, was seine Beschwerden ausgelöst hatte und stellte seine Ernährung um. Heute weiß er, dass nicht jedes Obst und Gemüse problematisch ist. "Gewisse Sorten wie Bananen, Papaya, Spinat, Kohlrabi oder Zucchini kann ich meist ohne Probleme verzehren", freut sich Zechmann.

Peter Erik Felzer

Informationen:
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Fliethstraße 114, 41061 Mönchengladbach, Tel.: 02161 814940. Der DAAB vermittelt qualifizierte Ernährungsberater in Ihrer Nähe. Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V., Filderhauptstraße 61, 70599 Stuttgart, Tel.: 0711 4599810.
E-Mail: info@daab.de
Internet: www.daab.de




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