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08.09.2010, 18:05

20.10.2009

Schweinegrippe - Information aktuell

Impfung gegen Schweinegrippe: Nebenwirkungen häufiger heftig, aber nicht gefährlich

Gegen Schweinegrippe impfen oder nicht? Viele Bundesbürger wollen nicht, die Angst vor Nebenwirkungen überwiegt die Vernunft. Doch welche Risiken existieren überhaupt? Und wie gefährlich sind sie?

„Der in Deutschland verfügbare Schweinegrippe-Impfstoff fordert die Immunabwehr eindeutig stärker heraus als der normale Grippeimpfstoff“, weiß Professor Dr. med. Wolfgang Jilg, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Regensburg. Zwar wisse man nicht genau, um wie viel höher die Rate liege, doch Studienergebnisse, die auch schon im Zusammenhang mit H5N1 durchgeführt wurden, zeigten ganz klar: Nebenwirkungen treten häufiger auf, und sie sind Folge der eingesetzten Zusatzstoffe. Jilg schätzt: „Wenn nach einer normalen Grippeimpfung von 100 Geimpften zehn oder 15 sagen, sie haben etwas gemerkt, dann sind es bei der Schweinegrippeimpfung doppelt so viele“. So viel zu den schlechten Nachrichten.

Öfter Fieber, Müdigkeit und Schwellungen

Nun die guten: „Die Nebenwirkungen sind im Prinzip die Gleichen wie sie bei sehr vielen Impfstoffen auftreten können, die in den Muskel gespritzt werden“, sagt Jilg. Und dazu gehören nach den Worten des Experten Lokalsymptome wie Schwellungen und Schmerzen sowie Nebenwirkungen, die den gesamten Organismus betreffen, wie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl für die Dauer von ein bis zwei Tagen. „Diese Nebenwirkungen sind im Einzelfall unangenehm, aber nicht gefährlich“, konstatiert Jilg. Kein Grund zur Panik also. Auch nicht für Menschen mit Asthma oder Autoimmunerkrankungen, zu denen entzündliches Rheuma oder Typ-1-Diabetes zählen: „Gerade bei Menschen mit Grunderkrankungen bietet eine Impfung große Vorteile, denn sie erkranken in der Regel heftiger beim Kontakt mit einem Grippevirus“, weiß Jilg.

Nur Vorsicht bei Schwangeren

Allein schwangeren Frauen könnten die zwar Grippeimpfstoff-üblichen, aber bei der Schweinegrippevariante stärker ausgeprägten Nebenwirkungen zum Verhängnis werden. Doch eine Impfung brauchen sie, denn in der Schwangerschaft verlaufen (Schweine)-Grippeerkrankungen heftiger. In diesen Fällen gilt es, Nutzen und Risiken sorgfältig abzuwägen und dann zu entscheiden. Zu klärende Fragen wären zum Beispiel: Gibt es Grunderkrankungen, die einen schweren Grippeverlauf befürchten lassen? Ist die Ansteckungsgefahr im Umfeld der Schwangeren erhöht?

Doch warum überhaupt Zusatzstoffe, die das Immunsystem anpeitschen? Geht es nicht auch ohne – wie bei den herkömmlichen Grippeimpfstoffen? Jilg dazu: „Die Herstellung dieses Impfstoffes geht auf eine Pandemieplanung zurück, die davon ausgeht, dass wir eine richtige Seuche haben mit vielen hunderttausend schwer Erkrankten. Im Mai dieses Jahres wurde eine solche Pandemie erwartet.“ Und für diese Situation sieht der Notfallplan vor, schnell und in großer Menge Impfstoff bereitstellen zu können. Und zwar so, dass er auch vor geringfügig veränderten Viren schützt. Vorgaben, die sich nur mit Einsatz von Zusatzstoffen realisieren lassen. Deren Vorkommen ist im Übrigen zwar bei Grippeimpfstoffen eine Rarität, sonst aber alltäglich: 80 Prozent aller Impfstoffe kommen nicht ohne Zusatzstoffe aus.

Impfwissen in Kürze

Die normale Grippeimpfung schützt nur in seltenen Fällen auch vor Schweinegrippe

Keine Angst vor Zusatzstoffen. Sie stecken in 80% aller Impfstoffe

Schweinegrippe- und Grippeimpfstoff lassen sich zeitgleich impfen

Für die ersten zwei Tage nach der Impfung keine anstrengenden Aktivitäten einplanen

Falls Nebenwirkungen auftreten, ruhig bleiben, sie vergehen von selbst


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