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Dr. med. Antje-Katrin Kühnemann Gesundheitsfaktor SelenSelen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper über die Nahrung erhält. Leider sind unsere Böden eher arm an Selen. Lesen Sie hier mehr darüber, was Selenmangel für die Gesundheit bedeuten kann. Was ist in den vergangenen Jahren nicht alles zur Gesunderhaltung und vor allem zur Stärkung des Immunsystems empfohlen worden. Nun soll am besten gar nichts mehr eingenommen und ganz auf die gesunde Ernährung vertraut werden. Sind unsere Böden nicht mehr nährstoffverarmt? Reichen die zugeführten Mengen, mit denen wir satt, aber nicht dick werden, aus, um uns auch mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen und den sekundären Pflanzenstoffen zu versorgen? Sicher wird es dazu bald wieder neue Erkenntnisse und Empfehlungen geben. Zunehmend einig ist man sich über den Mineralstoff Selen, dessen Bedeutung immer genauer erforscht wird. Selen ist für uns alle unverzichtbar, auch wenn wir nur winzige Mengen im Mikrogrammbereich brauchen. Wie viel Selen der Körper braucht Ein optimaler Spiegel liegt bei 120 bis 160 Mikrogramm pro Liter Blut. Die meisten von uns haben aber nur zwischen 53 und 79 Mikrogramm pro Liter. Eine gute Selenversorgung ist die Voraussetzung, um unsere Zellen vor oxidativen Angriffen zu schützen. Das körpereigene Abwehrsystem, in dem der Radikalfänger mit dem komplizierten Namen Glutathionperoxidase eine zentrale Rolle spielt, kann ohne Selen nicht funktionieren. Die Abwehr von Zellschäden ist gefährdet. Ursache für die Schäden sind besonders oxidativer Stress, zum Beispiel bei körpereigenen Stoffwechselvorgängen, die in den Zellen aggressive Radikale freisetzen, Strahlenbelastungen oder andere Umwelteinflüsse und besonders das Rauchen.Außerdem hat Selen wichtige Aufgaben bei der Entzündungshemmung, der Gesunderhaltung der Gefäße, also beim Schutz vor Arteriosklerose, beim Schutz unserer Erbsubstanz sowie beim Kampf gegen Krebs, besonders gegen Leberkrebs. Und Selen ist für ein gut funktionierendes Immunsystem notwendig. Bei sogenannten Autoimmunerkrankungen, also Erkrankungen, bei denen das Abwehrsystem körpereigenes Gewebe als fremd erkennt und bekämpft, wirkt Selen teilweise lindernd, möglicherweise sogar vorbeugend. Das gilt sowohl bei entzündlichem Gelenkrheuma als auch bei Allergien. Beim allergischen Asthma allerdings konnte keine Verbesserung durch den Ausgleich eines Selenmangels erzielt werden. Was Selen für die Schilddrüse bedeutet Eine entscheidende Rolle spielt Selen bei der Gesunderhaltung unserer Schilddrüse. Die häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Bei der sogenannten Hashimoto-Struma wird körpereigenes Schilddrüsengewebe bekämpft und durch Bindegewebe ersetzt. Damit können immer weniger Hormone gebildet werden, und es kommt schließlich zur Unterfunktion der Schilddrüse. Professor Dr. Roland Gärtner aus München konnte nachweisen, dass die rechtzeitige Gabe von Selen den Entzündungsprozess in der Schilddrüse unterdrückt. Und sie drängt bestimmte Antikörper, die als Zeichen des Autoimmunprozesses auftreten, zurück. Auch die normale Schilddrüsenfunktion ist nicht nur von Jod und einem ausreichenden Eisenspiegel abhängig, sondern ebenfalls von genügend Selen. Die Schilddrüsenhormone werden erst durch ein Enzym in ihre aktive Form umgewandelt, das Selen enthält. Außerdem werden Entzündungsprozesse auch in der Schilddrüse durch Selengaben gelindert. Bei Krebszellen ist der Regelkreis, der Zellen nach einer bestimmten Zeit absterben und sich erneuern lässt, außer Kraft gesetzt. Sie können ungehindert wuchern. Selen kann mithelfen, den natürlichen Regulationskreis wiederherzustellen. Das gilt allerdings nicht für sogenannte Lymphome, bei denen eine bestimmte Zellart wuchert, die wir für ein gut funktionierendes Immunsystem brauchen. Diese T-Zellen werden durch Selen eher noch angeregt. Auch bei banaleren Erkrankungen, zum Beispiel Erkältungen, bei denen Entzündungsvorgänge auch immer eine wichtige Rolle spielen, kann Selen den Gesundungsprozess fördern. Mit einer sogenannten Stoßtherapie, also höheren Dosen über wenige Tage, soll der Krankheitsverlauf abgekürzt und das Entzündungsgeschehen eingedämmt werden. Wer sich vorbeugend schützen will, dem werden zwischen 50 und 150 Mikrogramm Selen täglich empfohlen, am besten nach Rücksprache mit dem Arzt, der auch beurteilt, ob es sinnvoll ist, den Selenspiegel messen zu lassen.
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