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Junge Familie
Schwanger? Frühe Spuren im Urin Schwangerschaftstests funktionieren heute zuverlässig, schnell und einfach. Das war nicht immer so. Früher verwendeten Apotheker Frösche, um festzustellen, ob ein Kind unterwegs ist. Schwanger oder doch nicht? Ein Griff ins Aquarium brachte es bis in die 60er-Jahre an den Tag. "Apotheker nutzten damals Frösche, um festzustellen, ob eine Frau schwanger ist oder nicht", erzählt Professor Dr. Klaus Vetter, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ein männlicher Frosch erhielt Urin oder Blutserum der möglicherweise Schwangeren unter die Haut gespritzt. Wurden beim Frosch nach drei Stunden Samenzellen nachgewiesen, galt der Test als positiv. Große Sicherheit "Das gleiche Prinzip nutzen die heutigen Schwangerschaftstests", erklärt Vetter. Laut dem Chefarzt der Klinik für Geburtsmedizin Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln weisen sie im Urin das Schwangerschaftshormon hCG nach. Die Abkürzung steht für humanes Chorion Gonadotropin, das bei den Fröschen für die beschriebene Reaktion sorgt. Gesunde Frauen bilden es nur in der Schwangerschaft. Das Ergebnis lässt sich einfach ablesen. Verfärbt sich der Streifen im Testfenster, ist die Frau schwanger. Vetter: "Urintests liefern bereits nach wenigen Minuten ein Resultat. Ihre Zuverlässigkeit liegt bei 99 Prozent." Da sich über Nacht Urin in der Blase sammelt, ist die hCG-Konzentration morgens am höchsten. "Idealer Zeitpunkt für den Test ist deshalb der erste Toilettengang nach dem Aufstehen", empfiehlt Vetter. Zudem sei der hCG-Spiegel zu Beginn der Schwangerschaft niedrig und steigt erst allmählich. Viele Tests schlagen bereits drei Tage nach der Zeugung an. Vetter rät aber zur Geduld. "Es ist sinnvoll, mit dem Urintest mindestens bis zu dem Termin zu warten, an dem die Monatsblutung einsetzen müsste. Sonst liefert er eventuell ein falsches Ergebnis, weil er auf die geringe hCG-Menge noch nicht anspricht." Gewisse Gelassenheit Eine europaweite Umfrage unter mehr als 7000 Frauen zeigt: Zwei von drei Schwangeren finden es wichtig, den Tag der Empfängnis zu kennen. Viele Entscheidungen hängen mit diesem Datum zusammen: Wann erzählt man es der Familie, den Freunden, dem Chef? Welche Maßnahmen sollten bereits in den ersten Schwangerschaftswochen beachtet werden, damit sich das Baby gesund entwickeln kann? Einige Tests gehen diesem Wunsch nach und bestimmen den Zeitpunkt der Befruchtung. Sie ermitteln die genaue Konzentration des hCG. Je höher der Wert, desto weiter liegt die Empfängnis zurück. Neben "Nicht schwanger" oder "Schwanger" zeigen diese Tests, wie lange die Empfängnis zurückliegt: "1 bis 2 Wochen", "2 bis 3 Wochen" oder "3+ Wochen". Generell rät Vetter, nicht in Panik zu geraten. "Ich empfehle, nach dem positiven Schwangerschaftstest nicht direkt zum Arzt zu rennen." Manchmal sieht er zu Beginn noch nicht viel bei einer Ultraschalluntersuchung, weil der Embryo ungünstig liegt oder die Schwangere unter Übergewicht leidet. Diese Unsicherheit könne laut Vetter die gesamte Schwangerschaft belasten. "Man muss eine gewisse Gelassenheit haben, um Kinder zu kriegen. Die sollte man nicht am Anfang verspielen." Peter Erik Felzer
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