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08.09.2010, 18:56

Serie "Babyzeit":
Start in ein neues Leben

Irgendwann war er da: der Wunsch nach einem Baby. Petra S. hatte noch vor einem Jahr keinen Gedanken daran verschwendet. Sie ist erfolgreich in ihrem Beruf und glücklich mit ihrem Partner. Doch seit einiger Zeit fragt sie sich immer wieder, wie es wohl wäre, ein Kind zu bekommen.
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Die Kunst, Kinder zu kriegen

Die künstliche Befruchtung hat sich zu einer verbreiteten Form der Fortpflanzung entwickelt. Professor Dr. Michael von Wolff informiert über die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten.
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Spannende neun Monate

Mit dem positiven Schwangerschaftstest beginnt für die meisten Frauen eine spannende Zeit: Sie erleben in den nächsten Wochen und Monaten Veränderungen an Körper und Seele. Ihr Körper vollbringt jetzt große Zusatzleistungen.
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Geburt: bei jeder Frau anders

Werdende Eltern haben viel Zeit, sich über das Wo und Wie der Geburt Gedanken zu machen: Geburtshaus oder Krankenhaus, in der Wanne oder hängend am Gebärtuch?
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Das Schmeckt dem Nachwuchs

In den 70er-Jahren setzte in Deutschland eine Renaissance der Stillkultur ein. Neuere Studien belegen: zu Recht. Muttermilch ist in den ersten Monaten als Säuglingsnahrung unübertroffen. Sie liefert Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente in der richtigen Mischung.
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Neun Mal "U" für die Gesundheit

Ob die Entwicklung eines Kindes normal verläuft, beurteilt der Kinder- und Jugendarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen. Relativ bald, mit dem vollendeten zweiten Lebensmonat, kann auch zum ersten Mal geimpft werden.
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Junge Familie

Serie: Babyzeit
Die Kunst, Kinder zu kriegen

Die künstliche Befruchtung hat sich zu einer verbreiteten Form der Fortpflanzung entwickelt. Professor Dr. Michael von Wolff, Leiter der Kinderwunschambulanz der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, informiert über die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten.

Wie viele ungewollt kinderlose Paare gibt es in Deutschland?

von Wolff: Von ungewollt kinderlos sprechen Experten, wenn ein Paar nach einem Jahr regelmäßigem ungeschützten Verkehrs kein Kind zeugen kann. Das betrifft in Deutschland etwa jedes zehnte Paar.

Nimmt die Unfruchtbarkeit der Menschen in Deutschland zu?

von Wolff: Ja. Dies liegt maßgeblich am Alter der Erstgebärenden. 1970 lag es durchschnittlich bei 24 Jahren, jetzt bei 29 Jahren. Je älter die Frau, desto schlechter die Qualität der Eizellen. Außerdem nehmen Erkrankungen wie Chlamydien-Infektionen der Eileiter oder das Risiko für eine Endometriose, also gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, mit steigendem Alter zu. Solche Faktoren senken die Chancen für eine Schwangerschaft. Natürlich tragen auch die Männer zu dem Dilemma bei, allerdings spielt das Alter bei ihnen eine geringere Rolle.

Welche künstlichen Befruchtungsmethoden gibt es und was passiert dabei?

von Wolff: Zum einen gibt es die Intrauterine Insemination, IUI abgekürzt. Sie wird eingesetzt, wenn die Spermien des Mannes von verminderter Qualität sind. Im Labor werden die Spermien aufkonzentriert. Der Arzt überträgt sie dann zur Zeit des Eisprungs in die Gebärmutterhöhle.

Zum anderen gibt es die In-vitro-Fertilisation, IVF genannt. Hier erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers. Dazu ist es nötig, dass sich die Frau über einen Zeitraum von zwei Wochen ein bestimmtes Hormon spritzt. Dieses Hormon stimuliert die Eierstöcke, und mehrere Eizellen reifen heran, die der Arzt absaugen kann. In der Kulturschale werden Eizellen und Samen dann zusammengebracht. Nach zwei Tagen werden der Frau zwei bis drei Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die Samenqualität so schlecht ist, dass eine Befruchtung der Eizellen bei der IVF nicht möglich ist?

von Wolff: In diesem Fall kann ein einzelnes geeignetes Spermium aufgesaugt und unter dem Mikroskop in die Eizelle injiziert werden. Diese Methode wird Intracytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI, genannt.

Bei allen genannten Methoden entstehen oft überzählige befruchtete Eizellen, die für spätere Transfers eingefroren werden. Die Aussichten mittels eingefrorener befruchteter Eizelle schwanger zu werden, sind allerdings etwas geringer.

Wie groß sind die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung?

von Wolff: Bei der IUI liegt die Schwangerschaftsrate pro Versuch bei zehn Prozent. Bei der IVF und ICSI liegt sie bei je 30 Prozent, mit eingefrorenen Eizellen und bei der IVM (siehe Kasten auf Seite 17) bei 20 Prozent. Pro Stimulationsbehandlung der Frau werden meistens genug Eizellen für ein bis drei Transfers gewonnen. Nach vier Transfers steht die Chance für eine Schwangerschaft bei 65 Prozent. Bei einem perfekt gesunden Paar liegen die Aussichten, auf natürlichem Weg ein Kind zu zeugen, pro Zyklus allerdings auch nur bei 30 Prozent.

Sind Kinder, die einer künstlichen Befruchtung entspringen, genauso gesund wie auf natürlichem Weg gezeugte Kinder?

von Wolff: Weil die Ärzte zwei bis drei Embryonen übertragen, um die Aussichten auf eine Schwangerschaft zu verbessern, wachsen bei jeder fünften Schwangerschaft Zwillinge oder selten auch Drillinge heran. Das Gesundheitsrisiko für Mehrlinge ist aber erhöht, da sie oft zu früh auf die Welt kommen.

Das Basisrisiko, ein krankes oder behindertes Kind zur Welt zu bringen, also zum Beispiel mit einem Herzfehler oder einer Gaumenspalte, liegt bei Paaren ohne künstliche Befruchtung bei drei bis fünf Prozent. Bei der künstlichen Befruchtung ist es zusätzlich um ein bis zwei Prozent erhöht.

Was kostet eine künstliche Befruchtung und wie viel zahlt die Krankenversicherung?

von Wolff: Private Kassen übernehmen häufig die gesamten Kosten. Die gesetzlichen Kassen zahlen für verheiratete Frauen zwischen 25 und 40 Jahren drei Stimulationsbehandlungen und übernehmen dabei 50 Prozent der Kosten. Für die Paare bleibt ein Eigenanteil von rund 2000 Euro pro Behandlung.

Ist die künstliche Befruchtung eine einfache Behandlung?

von Wolff: Der Eingriff ist an und für sich nicht schwerwiegend. Trotzdem ist die künstliche Befruchtung keine einfache Behandlung. Das Schlimme ist das Warten auf den Schwangerschaftstest, der häufig negativ ausfällt. An unserer Kinderwunschambulanz steht den Paaren deswegen ein Psychologe zur Seite.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte
Apothekerin Christina Brunner.



Chance für Frauen mit Eierstockproblemen

Eine neue Methode kommt vor allem Patientinnen mit zahlreichen Eierstockzysten zugute. Anders als bei der IVF und der ICSI muss die Frau bei der "In-vitro-Maturation" (IVM) keine intensive Hormonvorbehandlung auf sich nehmen. Dies könnte bei diesen Frauen zu einer Überstimulation der Eierstöcke führen und gefährlich sein. Der Arzt entnimmt dem Eierstock unreife Eizellen. In der Kulturschale reifen sie dann unter Hormonzusatz nach, werden befruchtet und in die Gebärmutter zurückgesetzt.



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