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10.09.2010, 1:23

Serie "Babyzeit":
Start in ein neues Leben

Irgendwann war er da: der Wunsch nach einem Baby. Petra S. hatte noch vor einem Jahr keinen Gedanken daran verschwendet. Sie ist erfolgreich in ihrem Beruf und glücklich mit ihrem Partner. Doch seit einiger Zeit fragt sie sich immer wieder, wie es wohl wäre, ein Kind zu bekommen.
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Die Kunst, Kinder zu kriegen

Die künstliche Befruchtung hat sich zu einer verbreiteten Form der Fortpflanzung entwickelt. Professor Dr. Michael von Wolff informiert über die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten.
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Spannende neun Monate

Mit dem positiven Schwangerschaftstest beginnt für die meisten Frauen eine spannende Zeit: Sie erleben in den nächsten Wochen und Monaten Veränderungen an Körper und Seele. Ihr Körper vollbringt jetzt große Zusatzleistungen.
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Geburt: bei jeder Frau anders

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Das Schmeckt dem Nachwuchs

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Neun Mal "U" für die Gesundheit

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Junge Familie

Babyzeit
Start in ein neues Leben

Irgendwann war er da: der Wunsch nach einem Baby. Petra S. hatte noch vor einem Jahr keinen Gedanken daran verschwendet. Sie ist erfolgreich in ihrem Beruf und glücklich mit ihrem Partner. Doch seit einiger Zeit fragt sie sich immer wieder, wie es wohl wäre, ein Kind zu bekommen.

War es die "biologische Uhr", deren Ticken Petra S. immer lauter zu hören meinte, die ständig wiederkehrende beiläufige Frage ihrer Mutter, ob sie denn einmal Oma wird, oder die freudige Nachricht ihrer besten Freundin vor einigen Wochen? Einen genauen Auslöser für ihren Kinderwunsch kann die 31-Jährige nicht nennen.

Noch verhütet Petra S. mit der Antibabypille, eine der sichersten Methoden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Es gibt verschieden zusammengesetzte Pillen. Doch eines ist ihnen gemeinsam: Sie enthalten Hormone, die den natürlichen Hormonen im Körper der Frau sehr ähnlich sind. Diese sogenannten Östrogene und Gestagene regeln den Empfängniszyklus der Frau.

In der Regel alles bestens geregelt

Selbst noch ungeboren tragen weibliche Embryos schon Hunderttausende von Eizellen in ihren winzigen Eierstöcken. Jede dieser ruhenden Eizellen ist von einem Eibläschen, dem Follikel, umgeben. Ist das Mädchen zur Frau geworden, reifen hormongesteuert jeden Monat mehrere Follikel heran, doch zumeist nur einer in einem Eierstock vollständig.

Die Follikel setzen weibliche Sexualhormone, sogenannte Östrogene frei, die die zum Zyklusbeginn abgestoßene Gebärmutterschleimhaut wieder nachwachsen lassen, so dass sich dort eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Östrogene bewirken auch, dass der normal eher zähe Gebärmutterhalsschleim dünnflüssiger und damit für männliche Samenzellen durchlässiger wird. Schließlich, in der Zyklusmitte, kommt es zum Eisprung, das heißt, der vollständig gereifte Follikel platzt auf und die darin enthaltene Eizelle gelangt in den Eileiter. In diesem wird sie in Richtung Gebärmutter transportiert. Im Eileiter bereits kann die Eizelle von Samenzellen befruchtet werden. In der Zyklusmitte, zum Eisprung, ist der beste Zeitpunkt für die Befruchtung.

Der im Eierstock zurückgebliebene Follikel bildet sich zum Gelbkörper um und setzt ein zur Gruppe der Gestagene gehörendes Hormon frei, das Progesteron, das "Schwangerschaftshormon". Es bereitet unter anderem die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor und trägt dazu bei, eine Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Bleibt die Befruchtung der Eizelle aus, löst sich der Gelbkörper in den Eierstöcken langsam auf und beendet die Hormonproduktion. Dadurch vermindert sich die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut und sie wird schließlich abgestoßen, es kommt zur Regelblutung und damit zu einem neuen Zyklus.

Die Pille blufft den Körper

Die Hormone der Pille täuschen dem Körper eine erfolgreiche Befruchtung vor. Denn im Fall einer Schwangerschaft hält der Körper den Östrogen- und den Gestagenspiegel hoch. Ein hoher Östrogenspiegel signalisiert dem Körper: keine neuen östrogenbildenden Eibläschen produzieren. Und keine Eibläschen bedeuten kein Eisprung und keine Befruchtung. Um den Zyklus so natürlich wie möglich zu belassen, ist die Pille auch mit Gestagenen kombiniert.

Wie wird es wohl sein mit Kind?

Petra S. fasst sich ein Herz. Heute will sie mit ihrem Mann Stefan über ihre Gedanken sprechen. "Ich dachte immer, dein Beruf wäre dir wichtiger, aber wenn du meinst", war sein erster vorsichtiger Kommentar. In den nächsten Tagen und Wochen reden sie aber immer häufiger davon, wie es wohl sein wird mit Kind, und dann steht der Entschluss fest: Petra S. setzt die Pille ab.

Sie notiert jetzt genau ihren Zyklus, er beginnt laut medizinischer Definition am ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Menstruation. Der Eisprung findet zwölf bis 16 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Von ihrer besten Freundin weiß Petra, dass der Zeitpunkt des Eisprungs über die Körpertemperatur bestimmt werden kann und dass es dafür spezielle Geräte gibt.

Petra S. lässt sich in ihrer Apotheke beraten. "Sie müssen jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit noch vor dem Aufstehen ihre Körpertemperatur messen. Die Daten tragen Sie in ein Zyklusblatt ein. Da die Temperatur nach dem Eisprung steigt, können Sie ihn so im Nachhinein feststellen. Nach einigen Zyklen können Sie die fruchtbaren Tage sehr gut eingrenzen", erklärt ihr die Apothekerin. Außerdem gebe es spezielle Geräte, die das Messen erleichtern, die Zykluskurve erstellen und sogar den Zeitpunkt des Eisprungs angeben. "Die höchste Empfängnisbereitschaft signalisieren aber bestimmte Hormone, die Sie im Urin nachweisen können. Hierfür gibt es spezielle Teststäbchen und -geräte", empfiehlt die Apothekerin.

Frühzeitig an Folsäure denken

Spätestens während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an vielen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Folsäure und Jod werden dabei besonders häufig genannt. Deutschland gilt als Jodmangelgebiet, daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung werdenden Müttern, etwa 230 Mikrogramm dieses Spurenelements pro Tag einzunehmen.

Viel früher muss frau aber schon an die Einnahme von Folsäure denken. Dieses Vitamin schützt das ungeborene Kind vor einem offenen Rücken, einem so genannten Neuralrohrdefekt. Die Anlage des Neuralrohres erfolgt zwischen der dritten und vierten Schwangerschaftswoche, zu einem Zeitpunkt also, an dem die wenigsten Frauen wissen, dass sie schwanger sind. Daher wird allen Frauen, die schwanger werden könnten, eine vorsorgliche Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag empfohlen. Geeignete Präparate gibt es in der Apotheke. Auch mindestens im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte die Folsäureeinnahme beibehalten werden.

Petra S. ist jetzt gut vorbereitet. Auch der Termin beim Frauenarzt war sehr informativ. Einer Schwangerschaft steht nichts im Wege, nun gilt es nur noch zu warten: auf einen positiven Schwangerschaftstest.

Apothekerin Christina Brunner


Geburten in Deutschland

Amtliche Daten zu den potenziellen Müttern:

  • Je höher der Bildungsstand, desto eher sind Frauen in Deutschland kinderlos. Im Osten Deutschlands ist Kinderlosigkeit unter Frauen mit hohem Bildungsstand weniger verbreitet.
  • Frauen in der Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren bringen derzeit die meisten Kinder zur Welt.
  • Die Frauen der Jahrgänge 1942 bis 1951 haben ihre ersten Kinder mit 23 Jahren bekommen. Die heute 35- bis 44-jährigen Frauen waren bei der Geburt ihres ersten Kindes bereits durchschnittlich 26 Jahre alt.

Amtliche Daten zu Geburtenzahlen und -häufigkeit:

  • 2006 kamen in Deutschland 673 000 Kinder zur Welt. Dies ist die niedrigste Geburtenzahl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
  • Die Geburtenhäufigkeit lag 2006 bei 1,3 Kindern je Frau.
  • Zu den zehn Staaten mit der höchsten Kinderzahl je Frau weltweit gehören neun afrikanische Länder und Afghanistan. Hier haben die Frauen durchschnittlich fünf und mehr Kinder.

Quelle : Statistisches Bundesamt, Geburten in Deutschland, 2007


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