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10.09.2010, 2:24

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Allergien: Vorbeugung beginnt im Mutterleib

Neuerdings können Eltern mit Hilfe einer Broschüre feststellen, ob ihr Kind ein erhöhtes Allergierisiko aufweisen könnte. Zudem gibt sie Ratschläge zum Vorbeugen.
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Junge Familie

Allergien: Vorbeugung beginnt im Mutterleib

Neuerdings können Eltern mit Hilfe einer Broschüre feststellen, ob ihr Kind ein erhöhtes Allergierisiko aufweisen könnte. Zudem gibt sie Ratschläge zum Vorbeugen.

"Inzwischen leidet in Europa jedes zehnte Baby an Neurodermitis, jeder vierte Teenager hat Heuschnupfen, und in jeder Schulklasse sitzen zwei Kinder mit Asthma", sagte Professor Dr. Ulrich Wahn von der Charité in Berlin auf dem 4. Gemeinsamen Deutschen Allergiekongress, ebenfalls in Berlin. Bei Allergikern reagiere das Immunsystem überempfindlich auf harmlose Substanzen wie Nahrungsmittel oder Pollen. Neurodermitis und sogar Asthma können infolgedessen auftreten. Die Vorbeugung sollte in den ersten Lebensmonaten oder gar schon in der Schwangerschaft beginnen.

Dafür hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und ­Verbraucherschutz eine Broschüre mit einem "Allergie-Risiko-Check" erarbeiten lassen. Werdende oder frisch gebackene Eltern können ­anhand weniger Fragen ermitteln, ob ihr Nachwuchs ein erhöhtes oder stark erhöhtes Allergierisiko hat. Abhängig vom Ergebnis nennt die Broschüre geeignete, wissenschaftlich begründete Vorbeugemaßnahmen. Meist sind sie auch dann sinnvoll, wenn kein erhöhtes Allergierisiko vorliegt.

So kommt allen Kindern die Schaffung einer rauchfreien Umgebung zugute, im Mutterleib ebenso wie nach der Geburt. Zudem brauchen gefährdete und stark gefährdete Säuglinge im häuslichen Umfeld Schutz vor weiteren Umweltfaktoren, die Allergien fördern. Daher sollten werdende Eltern feuchte Stellen oder Schimmelflecken in der Wohnung beseitigen, bei Renovierungsarbeiten nur lösungsmittelarme Farben und Lacke verwenden und möglicherweise sogar auf die Haltung von Haustieren, die ein Fell tragen, verzichten.

Studien zufolge entwickeln Babys seltener Allergien, wenn sie die ersten vier Monate ausschließlich von Muttermilch leben. Babys mit erhöhtem Allergierisiko, deren Mütter nicht stillen können oder wollen, sollten in den ersten Monaten nur hypoallergene (HA) Säuglingsnahrung bekommen.

Ab dem fünften Lebensmonat können Babys schrittweise den ersten Brei zugefüttert bekommen. Bei dieser Beikost gelten selbst für Risiko- und Hochrisikokinder der Broschüre zufolge dieselben Empfehlungen wie für Babys, die nicht zu Allergien neigen. "Allergenarme Diäten für Babys stellen also eine unnötige Einschränkung dar", kommentierte Professor Dr. Susanne Lau von der Charité. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit müssten Frauen nicht auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten. Dieses Verhalten schütze Kinder nicht vor Allergien, sondern bringe sie und ihre Mütter in die Gefahr eines Nährstoffmangels, heißt es ergänzend in der Broschüre.

Lau begrüßte diese Ernährungsempfehlungen, denn sie räumten auf mit überholten und gefährlichen Ratschlägen zur Allergievorbeugung. "Viel zu oft sehe ich in der Klinik bei Müttern und Kindern Mangelerscheinungen, die in Deutschland eigentlich seit Jahrzehnten nicht mehr vorkommen." Als Beispiele nannte Lau einen Vitamin-B12-, Vitamin-K- oder Eiweißmangel.

Apothekerin Dr. Bettina Sauer



Telefonische Beratung:
Wer zu Allergien und Asthma Fragen hat, kann sich über ein Beratungstelefon des Präventions- und Informationsnetzwerks Allergie und Asthma e. V. (pina) und des Deutschen Allergie und Asthmabundes e. V. (daab) informieren. Es ist unter der 01805 052251 von montags bis freitags zwischen 9.30 und 12.00 Uhr erreichbar
(Kosten 12 Cent pro Minute).

Den Allergie-Risiko-Check (ein Fragebogen) können Sie per E-Mail beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (daab) anfordern oder als pdf ausdrucken. Ebenso können sie einen Flyer dazu ausdrucken. Die Internetadresse des Deutschen Allergie- und Asthmabundes lautet: www.daab.de, die E-Mail-Adresse info@daab.de. Weitere Informationen zum Thema Allergien vorbeugen gibt es auch unter www.aktionsplan-allergien.de oder unter www.pina-infoline.de.



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