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08.09.2010, 18:03

Diabetes-Lexikon &
Fachbegriffe Diabetes


Wer mit Diabetes konfrontiert wird, muss mit allerlei neuen Begriffen zurechtkommen.

Die wichtigsten Kürzel erklären wir hier für Sie.


Blutzucker Tagebuch

Die Dokumentation der Blutzuckerwerte, der gegessenen Kohlenhydrate und der gespritzen Insulinmenge ist sehr wichtig, um eine gute Qualität der Stoffwechseleinstellung zu erreichen.

Wenn Sie dazu Ihren Computer nutzen möchten, können Sie hier bei uns ein komfortables Blutzucker-Tagebuch herunterladen.


Informationen für Diabetiker

Richtig spritzen – die wichtigsten Regeln

Fingerpieks
Täglich mehrfach piksen, um den Blutzucker zu testen, und für die Insulingabe – diese Prozeduren können dank hauchdünner Kanülen ohne Folgen bleiben. Allerdings nur, wenn man dabei einige Regeln befolgt.

"Ich steche fast immer in dieselben Finger, wenn ich meinen Blutzucker messe", beklagt sich Anneliese Gerlach* über sich selbst. Die 42-Jährige hat ihren Typ-1-Diabetes seit nunmehr 26 Jahren, da schleichen sich Fehler ein, wenn man sein Wissen nicht immer wieder auffrischt. Das gilt auch für das richtige Piksen.

Wer immer wieder dieselben Finger traktiert, muss damit rechnen, dass sich eine dicke Hornhaut bildet. Die erschwert das Piksen immer mehr. Anneliese Gerlach kann das nur bestätigen: "Ring- und Mittelfinger der rechten Hand sehen bei mir meist wie durchlöchert aus. Um die Einstiche bildet sich dann eine harte Hautschicht." Und nicht nur das, die Apothekerin hat auch schon Entzündungen an den Fingerkuppen erlebt. "Dann bildet sich unter einer oft benutzten Hautstelle Eiter", berichtet sie. Und gesteht weiter: "Als Apothekerin weiß ich eigentlich, wie es richtig geht, und erkläre das auch meinen Kunden. Nur bei mir selbst beachte ich diese ­Regeln oft nicht."

Kanülen immer wechseln

Und wie geht es richtig? Gerlach erklärt: "An erster Stelle steht, wirklich nach jedem Piksen die Nadel zu wechseln." Denn sonst bricht das haarfeine Metall und zerstört beim nächsten Stechen auch tiefere Hautschichten. "Zudem ist es wichtig, die Finger immer abzuwechseln. Am einfachsten geht das mit einem Plan, auf dem man die Piksreihenfolge für die Finger festlegt. Also die Hände aufmalen und durchnummerieren. Dann zum Beispiel zuerst die Mittelfinger beider Hände drannehmen – beim ersten Piks links, beim zweiten rechts außen, dann die Ring- und schließlich die kleinen Finger."

Wichtig: den Zettel immer bei sich haben, um gepikste Stellen abhaken zu können. Das bedeutet zwar, viel Disziplin zu wahren, hilft aber dabei, das Fingerspitzengefühl zu erhalten. Daumen und Zeigefinger sollte man verschonen, denn als Hauptgreiffinger werden sie ohnehin am meisten strapaziert. Was die Apothekerin ihren Fingerkuppen gönnt: "Zusätzlich zur normalen Handpflege massiere ich meine Finger regelmäßig mit Cremes ein, die die Wundheilung fördern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Produkte meinen Fingerkuppen richtig gut tun."

Der Bauch als Torte

Und wie sieht es mit Bauch, Beinen und Po aus? Also mit den Arealen, in die die Diabetikerin ihr Insulin spritzt? "Da bin ich penibel, seit ich bei einer Diabetiker-Freundin erlebt habe, wie lästig ein Spritzhügel ist", sagt sie. Ein solcher Hügel entsteht, wenn vielfaches Einstechen an einer Stelle das Fettgewebe wuchern lässt. Es kann Jahre dauern, bis er sich wieder zurückbildet. Das ist nicht nur optisch ein Problem, sondern auch medizinisch: "In diese Bereiche gespritztes Insulin wirkt völlig unberechenbar", so Gerlach. Ihr Vorgehen, um das ­Problem zu vermeiden: "Ich betrachte den Bereich um meinen Bauchnabel herum, also von der Schamhaargrenze bis zum Oberbauch, als Torte, die ich in kleine Stücke teile." Nicht auf dem Körper natürlich, sondern auf einem Blatt Papier. "Hier zeichne ich dann nach jedem Spritzen ein, wohin ich gespritzt habe." So behält die Diabetes-Expertin den Überblick und meidet die Gefahr, das Unterhautfettgewebe zu verletzen oder es zum Wuchern zu bringen. Auch am Po lässt sich das Gebiet, das in Frage kommt, auf Papier in kleine Stücke einteilen. Für die Oberschenkel empfiehlt Anneliese Gerlach: "Am besten geht man hier von oben nach unten vor."

Die richtige Länge wählen

Damit die richtige Technik auch zur optimalen Wirkung des Insulins führt, rät Gerlach Diabetikern, den Arzt nach der individuell geeigneten Kanülenlänge zu fragen. Fünf und sechs Millimeter lange Kanülen eignen sich fast ausschließlich für Kinder. Schlanke Erwachsene kommen gut mit Nadeln von acht Millimetern Länge zurecht. Menschen mit viel Speck an Bauch, Beinen und Po profitieren von Längen ab zwölf Millimetern.

Und wie steht es um die Hygiene? Muss man die Haut vor jedem Piks desinfizieren? "Nein", sagt Gerlach, und erklärt weiter: "Wer die Haut vorab mit Alkohol behandelt, riskiert, dass beim Einstechen Minimengen davon unter die Haut gelangen. Und das schadet dem Gewebe." Ihr Tipp: "Die Haut sollte einfach nur sauber sein. Wer dann noch jedes Mal eine frische Kanüle verwendet, muss sich um Infektionen keine Sorgen machen."

Apothekerin Isabel Weinert


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