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Diabetes-Lexikon & |
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| Informationen für Diabetiker Mini-Museum für Diabetes Früher hat Werner Neumann Kronkorken und Modelleisenbahnen gesammelt. Heute begeistert ihn alles, was mit dem Thema Diabetes zu tun hat, und zeigt es in seinem kleinen Museum in München.Ein Reihenhaus in München-Pasing. Werner Neumann, ein schlanker, lässig gekleideter Mann, öffnet die Haustür. "Zum Diabetesmuseum? Da sind Sie hier schon richtig", sagt er und erklärt erst einmal, wie es zu diesem außergewöhnlichen Museum kam. "Wissen Sie, ich bin Jäger und Sammler", sagt der 50-jährige Gas- und Wasserinstallateur. Für Kronkorken, Modelleisenbahnen und vieles mehr hat er sich früher begeistert. "Dass mich eines Tages die Geschichte des Diabetes faszinieren würde, hätte ich allerdings nicht gedacht", räumt er ein. Auslöser war die Krankheit seiner Tochter. "Anja war 1994 gerade 20 Monate alt, als bei ihr Typ-1-Diabetes festgestellt wurde." Seine Sammelleidenschaft wurde jedoch erst 2001 geweckt. "Ich recherchierte in einem Internet-Auktionshaus und entdeckte ein Gerät namens Diabetometer. Es wurde um die Jahrhundertwende zur Harnzuckerbestimmung eingesetzt. Dieses Gerät faszinierte mich. Mit diesem Fund fing alles an." Bis heute lassen ihn die Erforschung, die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden des Diabetes nicht mehr los. Neumann geht die Treppe hinauf in den ersten Stock des Hauses. Er öffnet die Tür zu einem sieben Quadratmeter großen Raum. Er wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Arztzimmer und nostalgischem Lebensmittelladen. Ringsum stehen deckenhohe Vitrinen, angefüllt mit Exponaten: Diabetikernahrungsmittel, Harnzucker- und Blutzuckermessgeräte, Spritzen, Pens, Insulin und Insulinpumpen. Doch damit nicht genug. Briefmarken, Postkarten, Münzen, Plakate, Fachbücher, Uhren, Telefonkarten und Spielzeug mit Diabetesmotiven, Schallplatten und Lernspiele zur Diabetikeraufklärung, sogar Filme und Romane gehören zur Sammlung, "Wussten Sie, dass der bekannte Kommissar Wallander Diabetiker ist?", fragt Neumann. "Sie sehen, das Thema ist überall vertreten." Was Neumann über seine Exponate zu erzählen hat, klingt spannend. Er versteht es, die Ausstellungsstücke mit Leben zu erfüllen. So schildert er anschaulich, wie viel Zeit und Mühe die Behandlung des Diabetes früher kostete und wie unangenehm sie für die Betroffenen war. Der Sammler zeigt auf ein schweres, schwarzes Gerät mit zwei Reagenzgläsern. "Um den Blutzucker Anfang des 19. Jahrhunderts mit diesem Colorimeter vom Arzt bestimmen zu lassen, musste dem Diabetiker ein Viertel Liter Blut abgenommen werden. Die Bestecke, mit denen man in die Haut stach, glichen an der Spitze kleinen Schraubenziehern." Zum Leidwesen des Diabetikers verlief die Messung meist auch noch ungenau. Der Blutzuckerwert wurde mit Hilfe von Prismen, Lichtdrehung und Farbvergleichen analysiert und hing maßgeblich von den Augen des Betrachters ab. Bis der Diabetiker den Blutzucker eigenständig mit einem winzigen Tröpfchen Blut messen konnte, dauerte es noch viele Jahre. Zu Hause konnte der Diabetiker bis in die 80er-Jahre hinein nur den Harnzucker feststellen, erklärt Neumann und zeigt auf eine Sammlung früher Harnzuckermessgeräte, die mit Reagenzgläsern arbeiteten. Der Diabetiker hat zunächst in einer Glaskanne zehn Liter Urin gesammelt. Eine kleine Probe davon wurde dann mit speziellen Stoffen gemischt und aufgekocht. Ein Farbumschlag zeigte an, ob der Urin Zucker enthält. Es gibt Ausstellungsstücke, auf die Werner Neumann besonders stolz ist. Er nimmt eine Schachtel aus einer Vitrine und öffnet sie vorsichtig. Zum Vorschein kommt ein helles, glattes, handliches Gerät. "Nach meinen Recherchen ist es die erste Insulinpumpe der Welt. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich die mal in Händen halten darf." Der Besitzer, ein älterer Herr, hat sie ihm als Leihgabe überlassen. Auch das erste brauchbare Blutzuckermessgerät fehlt nicht in seiner Sammlung. Zwei Drittel aller Exponate fand Werner Neumann über das Internet, ein Drittel erhielt er direkt von den Besitzern. Sie wollen, dass die Stücke in gute Hände kommen. "Die Leute hängen an den Sachen und wollen wissen, wo sie stehen. Manche Besitzer reisen zur Übergabe persönlich an." Es ist auch schon vorgekommen, dass sich Werner Neumann selbst auf den Weg zum begehrten Objekt machen musste. Ein älterer Herr in Berlin wollte seine alten Insulinfläschchen auf keinen Fall mit der Post schicken. "Da bin ich eben hingefahren und habe sie abgeholt." Claudia Nöllke
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