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Keime müssen draussen bleiben Im Winter haben es Erkältungsviren leicht, offene Fenster im Abwehrsystem des Menschen zu finden und hindurchzuschlüpfen. Warum das so ist und was die Fenster schließen hilft, lesen sie hier. Kaum Bewegung, zu wenig Obst und Gemüse, nicht ausreichend Sonnenlicht, um Vitamin D bilden zu können, trockene Heizungsluft und daher trockene Schleimhäute: Das alles kann dem Immunsystem zusetzen und ein Fenster für Erkältungsviren öffnen. Bewährte Mittel, um den Keimen das Fenster wieder vor der Nase zuzuschlagen, sind demnach sich regelmäßig zu bewegen, genug Obst und Gemüse auf den Speiseplan setzen, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und auch im Winter regelmäßig Tageslicht an die Haut lassen. Und wer es kann oder mag: Auch Saunagänge und Wechselduschen stärken die Abwehr gegen Viren, Bakterien & Co. Viele Menschen schwören außerdem auf Zink, um ihr Immunsystem fit zu machen. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch, denn ein Zinkmangel schwächt die Abwehr. Wer sich ausgewogen ernährt und gesund ist, braucht sich aber über Zinkmangel kaum Gedanken zu machen. "Bei gesunden, normal ernährten Menschen ist ein Zinkmangel selten", beruhigt Professor Dr. Hajo Haase vom Institut für Immunologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Doch es gibt Risikogruppen für einen Zinkmangel. Haase: "Da man bei vegetarischer Ernährung weniger Zink zu sich nimmt und einige Pflanzeninhaltsstoffe die Zinkaufnahme mindern, müssen Vegetarier sehr darauf achten, genug Zink und andere Mineralstoffe wie Eisen mit der Nahrung aufzunehmen. Verminderte Zinkspiegel findet man oft auch bei Senioren und Patienten mit Diabetes oder entzündlichen Erkrankungen." Einen zu niedrigen Zinkspiegel kann man vor allem durch Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch und Käse anheben, außerdem durch Zinkpräparate aus der Apotheke. Zu Zinkpräparaten empfiehlt sich unbedingt eine Beratung in der Apotheke. Ob Zink nützt oder schadet, ist nämlich eine Frage der Dosis. Die durchschnittliche Menge von elementarem Zink in den ohne Rezept in Apotheken erhältlichen Zinkpräparaten ist nach Ansicht von Haase ausreichend und verträglich. Je nach Bedarf gibt es allerdings auch Präparate mit recht hohen Dosierungen. "Die empfohlene Dosierung sollte besonders bei den Präparaten mit hohem Zinkgehalt nicht überschritten werden. Denn Zink hemmt beispielsweise die Aufnahme von Kupfer, wenn man es in höherer Dosierung, etwa ab 50 Milligramm pro Tag, länger einnimmt. Das bewirkt unter anderem einen Mangel an weißen Blutkörperchen", informiert Haase. Nach Empfehlung von Arzt und Apotheker richtig angewendet, können geeignete Präparate einen vorhandenen Zinkmangel jedoch sicher beheben und damit die Immunabwehr der Betroffenen stärken. Viel Bewegung ist wie oben erwähnt gut für den Körper und die Abwehr. Gilt das aber auch, wenn Sportler ihren Körper stärker fordern? Schwächt das sogar die Abwehr und besteht daher ein erhöhtes Infektionsrisiko? Dazu Professor Dr. Tim Meyer, Ärztlicher Direktor Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes: "Besonders nach intensiven Belastungen fallen Zellen des Abwehrsystems, die man im Blut messen kann, unter den Wert ab, den man vor Belastungsbeginn misst. Dieses Phänomen tritt ein bis zwei Stunden nach Belastungsende auf und kann mehrere Stunden anhalten." Man könnte nun meinen, dass intensiv trainierende Sportler dann sehr anfällig für Infektionen sind. So zweifelsfrei sieht es Meyer aber nicht: "Nach unserer Erfahrung wird das überschätzt. Bisher konnte kein eindeutiger Beweis erbracht werden, dass Leistungssportler auffällig oft krank sind." Trotzdem sollten sich Sportler nicht dauerhaft über ihre Leistungsgrenzen hinaus fordern und Infektionskrankheiten wie eine Erkältung stets gut auskurieren, bevor sie Sport treiben. Dr. Frank Schäfer
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