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10.09.2010, 2:30
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Ernährungstipp
Minze: Dufte, erfrischend und gesund

Ob im Tee, als Öl oder Gewürz: Minze erfrischt, beruhigt den Darm und lindert Kopfschmerzen.

Die alten Griechen und Römer wussten, wie man rauschende Feste feiert – und hatten raffinierte Tricks in petto, um die Stimmung anzuheizen. Sie rieben die Fußböden und Tische mit duftenden Minzblättern ein, um die Ess- und Fleischeslust ihrer Gäste zu wecken. Außerdem trugen sie bei ausschweifenden Trinkgelagen gerne Minzkränze auf dem Kopf. Sie glaubten fest daran, auf diese Weise den Kater am nächsten Morgen zähmen zu können. Ob ihre Rechnung aufging, ist zwar nicht überliefert. Aber zweifelsohne ist Minze ein besonderes Kraut, das seit Jahrtausenden geschätzt wird.

Auch heute liegt Minze im Trend: Als Tee schmeckt sie erfrischend, als Gewürz peppt sie Süßes und Pikantes auf. Obendrein ist sie ausgesprochen gesund. 2004 wurde Pfefferminze zur "Arzneipflanze des Jahres" gekürt. Sie wirkt krampflösend bei Magen-Darm-Beschwerden, beruhigend und hemmt vermutlich das Wachstum von Bakterien und Viren. Für diese Effekte machen Experten vor allem das ätherische Pfefferminzöl verantwortlich, das unter anderem Menthol enthält. Pfefferminzöl gibt es in der Apotheke zum Einreiben, Inhalieren oder als Badezusatz. Es kühlt die Haut, lindert Muskel- und Kopfschmerzen und hilft verstopften Schnupfennasen.

Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern

Die kühlende Wirkung geht auf das Konto des beißend-scharfen Menthols, das an einen Kälterezeptor bindet. Daraufhin löst es im Mund oder auf der Haut ein erfrischendes Kältegefühl aus. In Wirklichkeit verändert sich die Körpertemperatur aber nicht. Für Säuglinge und Kleinkinder eignet sich Pfefferminzöl jedoch nicht. Schon wenige Tropfen, die in Mund oder Nase geraten, können bei ihnen zu lebensbedrohlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs und zu Atemstillstand führen. Deshalb sollten Eltern nur Präparate verwenden, die für Säuglinge und Kleinkinder ausgewiesen sind und für sie verträgliche Inhaltsstoffe enthalten.

Hierzulande kennt man Pfefferminze vor allem im Tee. Der schmeckt unschlagbar aromatisch, wenn man ihn mit frischen Minzblättern zubereitet. Die Pflanze stellt keine großen Ansprüche. Sie liebt es warm und eher schattig und vermehrt sich über unterirdische Ausläufer, die quer durch den Garten wandern. Um derartiges Wuchern zu verhindern, pflanzt man Minze am besten in einem Kübel ohne Boden ein. Zur Ernte schneidet man die Stängel knapp über dem Boden ab. Es gibt übrigens rund 20 verschiedene Minzarten. Zu den bekanntesten zählen die Pfefferminze, die Krauseminze, Zitronen-, Apfel- und Poleiminze.

In vielen Küchen zu Gast

Anders als in Deutschland spielt Minze in vielen Küchen der Welt eine große Rolle. In Marokko gilt Minztee als das Nationalgetränk. Er findet sich in den bescheidenen Hütten der Berber ebenso wie in den Luxusvillen Casablancas. Dabei wird chinesischer grüner Tee mit heißem Wasser übergossen und anschließend mit viel Zucker, Minze und nach Belieben Orangenblüten, Zitronenmelisse, Wermutkraut oder Anissamen aromatisiert. Die Marokkaner verfeinern außerdem Salate, Couscous oder Desserts mit Minze. Köstlich schmeckt Minzjoghurt, etwa zu Zucchini- und Auberginenscheiben, in Suppen und Eintöpfen oder Hackfleischbällchen.

Aus der englischen Küche lässt sich Minze ebenfalls nicht wegzudenken: Die berühmte Minzsoße aus gehackten Minzblättern, Wasser, Honig und Essig begleitet Lamm-, Geflügel- oder Fischgerichte. Als schnelle Erfrischung dient diese Minzlimonade: Einen Liter Apfelsaft mit vier Stängeln Minze im Kühlschrank etwa eine Stunde ziehen lassen, mit anderthalb Liter Mineralwasser auffüllen und mit einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne


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