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10.09.2010, 1:25
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3 Fragen – 3 Antworten
Thema: Winterzeit – Durchfallzeit

Professor Dr. Volker Groß
Professor Dr. Volker Groß
Magen-Darm-Beschwerden treten vor allem in den kalten Monaten auf. Warum dies so ist, wissen die Ärzte laut Professor Dr. Volker Groß, Vorstandsmitglied der Gastro-Liga und Chefarzt am Klinikum St. Marien in Amberg, noch nicht genau.

Warum schlagen Magen-Darm-Erreger gerade im Winter zu?
Groß: In der Winterzeit kommt es häufig zu Durchfallerkrankungen. Die häufigsten Erreger sind die sogenannten Noroviren, bei Säuglingen und Kleinkindern spielen auch Rotaviren eine wichtige Rolle. Warum diese Erreger vor allem im Winter auftreten, ist noch nicht ganz klar. Möglicherweise spielt das Immunsystem eine Rolle, vielleicht auch andere Faktoren, die man noch nicht kennt. Die Infektionen treffen vor allem ältere Patienten und Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen, etwa Schulen, Alten- oder Pflegeheime.

Wer sollte zum Arzt? 
Groß: Die Infektion dauert nur einige Tage und geht von allein wieder vorbei. Es gibt keine speziellen Medikamente, die die Erreger bekämpfen. Zum Arzt sollten alle, die viel Flüssigkeit verlieren oder sich schwach fühlen. Dies gilt auch für ältere Menschen und Personen mit einem schlechten Allgemeinzustand oder einer anderen Grunderkrankung. Hierzu zählen zum Beispiel Tumorpatienten und chronisch Lungenkranke. In Frage kommen auch Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Besonders gefährdet sind auch Demenzkranke, Säuglinge und Kleinkinder. Sie sollten ebenfalls rasch einen Arzt aufsuchen.

Was lässt sich vorbeugend tun, damit man erst gar keinen Infekt bekommt?
Groß: Das allerwichtigste sind Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen. Dies nutzt aber nichts mehr, wenn im Umfeld bereits jemand erkrankt ist. Hier hilft nur noch, einen Mundschutz zu tragen und Abstand vom Infizierten zu halten. Der Erkrankte sollte nach dem Toilettenbesuch seine Hände desinfizieren. Ferner sollte die Toilette desinfiziert werden. Gegen Rotaviren gibt es eine Schutzimpfung.

PEF


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